Die Chronik aus der Festschrift
Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Volksen2010 kann die Freiwillige Feuerwehr Volksen auf ihr 60 jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlass feiern wir ein Geburtstagsfest. Wir möchten diese Gelegenheit nutzen, allen Mitgliedern, Förderern und Gästen der Wehr einen kurzen geschichtlichen Überblick über unsere Aufgaben und Tätigkeiten während der letzten 60 Jahre zu geben.
Der Grundstein für die jetzige Feuerwehr Volksen wurde im Jahre 1950 gelegt. Damals traten die Kameraden Fritz, Helmut, Karl, Rudi und Walter Brand der Freiwilligen Feuerwehr Uchtdorf bei. Etwas später folgten Hermann Depping jun., Fritz Depping, Heinrich Meier und Fritz Christoph und bildeten zusammen die Gruppe Volksen.
Sieben Jahre lang wurde der Feuerwehrdienst gemeinsam mit der Wehr Uchtdorf durchgeführt.
Im Jahre 1957 konnte ein Teil des Bauernhofes von Wilhelm Wolter Nr. 1 zum Feuerwehrgerätehaus umfunktioniert werden. In diesem Jahr, in dem auch der Kamerad Wilhelm Wolter in die Wehr aufgenommen wurde, erhielt die Gruppe Volksen die erste Feuerlöschspritze, eine TS 4, sowie einige Ausrüstungsgegenstände.
Die Feuerwehr Volksen wurde damals vom Gruppenführer Fritz Wolter geleitet. Am Aufbau der Wehr hatte der damalige Uchtdorfer Gemeindebrandmeister Heinrich Schnüll wesentlichen Anteil. Ohne ihn wäre die Wehr Volksen nicht selbstständig geworden.
Im Jahre 1962 wurde die Wehr Volksen endgültig selbstständig und Fritz Brand zum Ortsbrandmeister gewählt.
Um die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr zu verbessern, beschloss der Rat der Gemeinde Volksen den Bau des Feuerwehrhauses. Der Beschluss fiel damals nicht schwer, da alle Ratsmitglieder Feuerwehrmänner waren, an der Spritze Ortsbrandmeister und Bürgermeister Fritz Brand. Den Grund und Boden stellte Fritz Requardt Nr. 3 zu besonders günstigen Bedingungen zur Verfügung.
Am 14. März 1966 legte man den Grundstein, und am 07. Mai 1966 feierte man bereits Richtfest. Das Gerätehaus wurde unter Mitwirkung fast aller Volkser Bürger in dieser kurzen Zeit errichtet. Nur durch den Geist einer damaligen dörflichen Gemeinschaft war eine solche Leistung möglich.
Einzug in das neue Feuerwehrhaus war am 01. März 1967. Die Gesamtkosten betrugen DM 78.000,00. Ein Betrag von DM 25.000,00 wurde davon als Eigenleistung erbracht.
In 1967 erhielt die Freiwillige Feuerwehr Volksen den ehemaligen Kommandowagen des Landkreises, der in Eigenarbeit wieder einsatzfähig gemacht wurde. Die Einsatzbereitschaft dieses Fahrzeuges währte genau 2 Jahre und 9 Monate. Sie endete jäh am 01. November 1970 bei einem Verkehrsunfall. Da die 1968 angeschaffte neue Tragkraftspritze (TS 8/8) ohne Fahrzeug reichlich unbeweglich war, wurde schnell für Ersatz gesorgt. Am 08.12.1970 war Übergabe des neuen Fahrzeuges. Bis zum 31.03.1994 versah es ohne größere Beanstandungen treu seinen Dienst.
1972 wurde das Feuerwehrgerätehaus durch einen Anbau erweitert, um einen größeren Gemeinschaftsraum mit Toilettenanlage und Küche zu schaffen. Auch diese Maßnahme war nur möglich, weil Volkser Bürger ihre Arbeitskraft unentgeltlich zur Verfügung gestellt haben.
Im Jahre 1980 lagen Freud und Leid bei der Wehr Volksen dicht beieinander:
Vom 15.-19. Mai beging die Wehr ihr 30-jähriges Gründungsfest, welches ein voller Erfolg wurde.
Doch bereits am 31. Mai ereilte die Wehr die Nachricht vom plötzlichen Tode des Ortsbrandmeisters und Mitbegründers Fritz Brand. Mit ihm verlor die Wehr einen Kameraden, der die ersten 30 Jahre der Feuerwehr Volksen wie kein anderer prägte. Sein Andenken wird stets in Ehren bewahrt werden.
Am 29. Juni wurde unser bisheriger stellvertretender Ortsbrandmeister Hans Deichsel zum Brandmeister befördert und übernahm kommissarisch die Führung der Wehr bis zur Jahreshauptversammlung 1981. Ihm wurde als Stellvertreter Heinrich Brand zur Seite gestellt. Doch bereits am 23. August verließ uns unser Kamerad Hans Deichsel nach schwerer Krankheit.
Am 27. September 1981 fand eine außerordentliche Versammlung statt, bei der über den Vorschlag des Ortsbrandmeisters und dessen Stellvertreters abgestimmt werden sollte. Dem Rat der Stadt Rinteln wurden Heinrich Brand als Ortsbrandmeister und Jürgen Peterson als Stellvertreter zur Wahl vorgeschlagen. Sie wurden gewählt und nahmen ihre Ehrenämter an.
Trotz des traurigen Verlaufes des Jahres 1980 wurde der Dienst in keiner Weise vernachlässigt. Das nach unserem Fest angeschaffte Zelt leistete uns seitdem bei Veranstaltungen im Freien recht gute Dienste. In den folgenden Jahren traten unserer Wehr viele junge Mitbürger bei und sicherten somit den Fortbestand.
Seit 1985 ist unsere Wehr auch mit schwerem Atemschutz ausgestattet. Dieser leistete uns bereits kurz nach Auslieferung bei einem Giebelbrand gute Dienste.
z. Zt. versehen 8 Kameraden den Atemschutzdienst.
1989 traten zum ersten Mal in der Geschichte unserer Wehr zwei Damen der Aktiven-Gruppe bei. Dieses waren Heike Kallmeyer und Manuela Schumann. Ihnen folgte im Jahre 1990 Sandra Pullner später dann noch Melanie Tarnowski.
Nicht unerwähnt bleiben soll unser 40. Gründungsfest im Jahre 1990, welches leider unter den tiefen Nachttemperaturen von bis zu - 4 Grad litt.
Das Jahr 1994 brachte uns ein neues TSF, welches am 1. April des Jahres zugelassen wurde. Zu der festlichen Übergabe konnten wir Abordnungen unserer Nachbarwehren und Freunde aus Almena und Exter begrüßen. Unser alter Ford leistete noch bis zum Jahre 1999 seine Dienste als Mehrzweckfahrzeug für die Wehren der Stadt Rinteln.
Unser stellvertretender Brandmeister Jürgen Peterson stellte auf Grund seiner vielen beruflichen Verpflichtungen sein Amt nach unserem Fest im Jahre 2000 zur Verfügung. Andreas Gawel wurde von den Kameradinnen und Kameraden zum Stellvertreter vorgeschlagen, und nimmt dieses Amt seitdem wahr.
2002 war es endlich so weit, unsere alte TS wurde, nachdem sie uns bereits einige Male im Stich gelassen hatte (am ärgerlichsten bei den Kreiswettbewerben, hier hätte die Zeit sogar zum Kreismeister gereicht), durch eine neue, moderne TS ersetzt. Ein weiterer wichtiger Beitrag zur Sicherung des Brandschutzes auf dem Weseberg war die Einrichtung eines Löschteiches in Form des umfunktionierten Badeteiches der Familie Samra.
Sehr schöne Erfolge waren auch die beiden Stadtmeisterschaften in den Jahren 1993 und 1995, sowie unser 5. Platz bei den Kreismeisterschaften,bei dem nur ein Knotenfehler einen besseren Platz verhinderte, und so die Teilnahme an den Bezirksmeisterschaften, allerdings mit Austauschen. Als Ausrichter konnten wir in den Jahren 2003 und 2009 die Stadtmeisterschaften organisieren, mit gutem Erfolg. Seit Jahren belegt unsere Gruppe regelmäßig einen der vorderen Plätze, und hier fasst immer den Dritten.
In den vergangenen Jahrzehnten wurde die Wehr Volksen oftmals zu Einsätzen alarmiert. Die Wehr hat hierbei gezeigt, dass mit ihr im Ernstfall stets zu rechnen ist. Als Beispiele seien hier folgende größere Einsätze genannt: Brände bei F. Requardt, A. Schnur, Kampmeier, Rinne, Dettmer sowie der Brand im Altenheim in Friedrichshöhe.
Auch Hilfeleistungen wie z.B. Ölspurbeseitigungen und Hilfe bei Hochwasser und Unwetter in Rinteln und Exten, sowie bei Sturm „Kyrill“ gehören seit Jahren zu den Aufgaben unserer Wehr.
Wie in der Vergangenheit steht bei der Feuerwehr Volksen auch heute der technische Dienst im Vordergrund. In zahlreichen Übungen und verschiedenen Lehrgängen wird die Ausbildung der Feuerwehrfrauen und -männer ständig verbessert, so dass die Einsatzbereitschaft der Wehr stets sichergestellt ist.
In jedem Jahr werden besondere größere Übungen gemeinsam mit Nachbarwehren durchgeführt. Ziel dieser Übungen ist es, die Arbeit der Wehren aufeinander abzustimmen und den Einsatz zu koordinieren, damit die Zusammenarbeit der Wehren im Ernstfall funktioniert. Bisher konnten sich der Stadtbrandmeister, die Presse und die Öffentlichkeit davon überzeugen, dass der Ausbildungsstand der Wehr Volksen gut ist.
Besondere Highlights waren hier sicher die Nachtübung in der Lichtengrund, die Übung mit Atemschutz in der leer stehenden Scheune von Requardt, ehemals Nr. 3, die Übung im Altenheim Berghof, sowie der „Flugzeugabsturz an der Berg-
steile.“ Eine weitere Übung der „besonderen Art“ fand im September 2009 statt. Früh am Morgen stürzte ein zu schneller Pkw in die alte Mergelkuhle und fing Feuer. Es gab mehrere verletzte Personen. Ortsbrandmeister Heinrich Brand löste Alarm aus. Mit Hilfe der Ortswehren Exten und Wennenkamp wurden erste Maßnahmen getroffen. Wegen der schwierigen Lage wurde noch das THW Rinteln alarmiert. Gemeinsam gelang es, die Verletzten zu retten, den Brand zu löschen, das Unfallfahrzeug zu bergen und den Wald vor Umweltgefahren zu schützen (auslaufendes Öl, Benzin etc.).
Um im Umgang mit Gerät und Material geschult zu werden, aber auch zur Pflege der Kameradschaft mit anderen Wehren, nimmt die Feuerwehr Volksen an Leistungswettbewerben teil. Hierbei kann die Wehr mit Ihrem Abschneiden zufrieden sein. Es wurden zahlreiche Pokale und Urkunden errungen. Erwähnenswert ist dabei, dass kaum Materialschäden oder Materialverluste aufgetreten sind. Um hierfür ordnungsgemäß üben zu können und die Wettbewerbe nach den gültigen Richtlinien zu veranstalten, wurde gemeinsam mit den Krankenhäger Kameraden der Festplatz in Friedrichshöhe zu einem normgerechten Wettkampfplatz hergerichtet.
Neben dem feuerwehrtechnischen Dienst leistet die Feuerwehr Volksen auch einen wesentlichen Beitrag zur Gestaltung der dörflichen Gemeinschaft. Sie hilft mit bei der Verschönerung des Dorfbildes und veranstaltet regelmäßig ein Osterfeuer. Einige Kameradinnen und Kameraden veranstalten jährlich 2 Kinderbasare, von deren Erlösen die Kinderweihnachtsfeier finanziert wird.Gute Kontakte werden auch zu den Schützen aus Kathrinhagen/Westerwald gepflegt.
Jedes Jahr nimmt unsere Wehr am Pokalschießen der Vereine beim SSV Krankenhagen und am Skat- und Knobelturnier der örtlichen Vereine teil und belegt regelmäßig erste Plätze.
In den vergangen Jahren wurde durch Eigenleistung der aktiven Kameradinnen und Kameraden unser Mannschaftsraum verschönert und die Garage mit einem neuen Fußboden und Tor versehen. Die Materialkosten übernahm die Stadt Rinteln.
Zur Zeit besteht unsere Wehr aus 129 passiven und 23 aktiven Kameradinnen und Kameraden.
Um die personelle Zukunft unserer Wehr zu sichern, gründeten wir zusammen mit den Kameraden aus Krankenhagen die Kinderfeuerwehr „Kleine Löschmeister Krankenhagen-Volksen“, und hoffen so auf eine personell gesicherte Zukunft.
Ein weiterer Schritt wird hier noch die Jugendfeuerwehr sein. Da die Anzahl der in Volksen lebenden Kinder kaum für eine eigene Gruppe reicht, wird auch hier eine Zusammenarbeit mit Krankenhagen angestrebt.
Zum Abschluss bleibt noch zu sagen, dass alle Mitglieder der Wehr ihren Dienst gern verrichten. Auch in Zukunft ist die Feuerwehr Volksen bestrebt, ihre Aufgaben wie bisher zu erfüllen und die Ausbildung und Einsatzbereitschaft auf einem guten Stand zu halten.
Rudolf Brand, letzter noch lebender Mitgründer
Erhaltenes Gerät aus der Zeit der Pflichtfeuerwehr
Schriftstück von1861
1951 Erste Einladung zu einer Übung
Aus den Anfängen
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Unser erster Ortsbrandmeister
Ortsbrandmeister Hans Deichsel
Ortsbrandmeister Heinrich Brand
Aus vergangener Zeit
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Aktive 2010
Die Kameradinnen und Kameraden 2000
Aktive 2000















